• Pictures from Der Dybbuk or Dolores, it´s time to hang up the castanets! at the euro-scene Festival Leipzig

    05.11.2014 Baumwollspinnerei, Leipzig

  • Throughout time and across cultures song and dance have been tied to the notions of spirit possession. Engaged by movement and sound the body can become a conduit of spiritual transition and transformation serving as a medium through which a spirit may enter or leave. This interstitial space created by the transmigratory spirit opens up new channels within the host body.

    The performance takes its name from the 1937 Michał Waszyński film “Der Dybbuk” which tells the story of a Jewish bride possessed by the spirit of her true love on the eve of her arranged wedding. Only by becoming possessed was Leah able to reveal her desires and reject her imposed fate. By reclaiming her agency through the spirit within her she was able to break free from the cultural norms to which she was bound.

    Der Dybbuk explores spirit possession as a multiplication of self. Drawing elements from somatic practices and filtered through the flamenco body the performance communicates the dynamic interplay of the layers of self. The use of video adds another dimension to the multiplicity of the inner experience and acts as an additional presence on stage. The piece will be accompanied by the Leipziger Synagogalchor.

    Through her work Anna Natt seeks to define and explore the aspects that characterize the flamenco body and the quality of flamenco movement. For this project she chose to enhance her work with somatic practices in order to cultivate a deeper understanding of the body and its nuances.

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    Gesang und Tanz waren schon seit jeher und in allen Kulturen mit der Vorstellung verbunden, dass es eine Besessenheit durch Geister gibt. Unter dem Einfluss von Bewegung und Klang kann der Körper zu einem Ausdruckselement spiritueller Veränderung und Transformation werden, der als Medium fungierend es dem Geist erlaubt, durch ihn ein- oder auszufahren. Dieser durch den Geist der Seelenwanderung geschaffene Raum öffnet neue Kanäle innerhalb des von ihm in Besitz genommenen Körpers.

    Die Namensgebung der Performance geht zurück auf den Film „Der Dybbuk“ von Michael Waszyński aus dem Jahr 1937. Er erzählt die Geschichte einer jüdischen Braut, die am Vorabend ihrer arrangierten Hochzeit von dem Geist ihrer wahren Liebe in Besitz genommen wird. Nur aufgrund dieser Besessenheit ist Leah'le in der Lage, ihre wahren Wünsche zu offenbaren und das ihr auferlegte Schicksal zurückzuweisen. Indem sie durch den ihr innewohnenden Geist ihre Kraft wiedergewinnt, wird es ihr möglich, aus den ihr auferlegten kulturellen Normen auszubrechen.

    Der Dybbuk“ ergründet die Inbesitznahme durch Geister als eine Vervielfachung des Selbst. Durch Elemente somatischer Praktiken und gefiltert durch den Körper im Flamenco vermittelt die Performance das dynamische Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen des Selbst. Die Verwendung des Mediums Video verleiht der Multiplizität der inneren Erfahrung eine weitere Dimension und fungiert als zusätzliche Präsenz auf der Bühne. Das Stück wird begleitet von dem Leipziger Synagogalchor.

    Anna Natts gesamtes Werk stellt den Versuch dar, die Aspekte, die den Körper im Flamenco ausmachen, sowie die Qualität der Bewegungen im Flamenco zu ergründen und zu definieren. Im Rahmen dieses speziellen Projekts greift sie dabei auf somatische Praktiken zurück, um damit ein tieferes Verständnis für den Körper und seine Nuancen zu entwickeln.

    (Deutsche Übersetzung von Rita M. Wallace)